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4.1.3 Rating nach Basel II
von Kreditverknappung und -verteuerung gerade für kleine und mitt-
lere Unternehmen (KMU) gesprochen. Mit derartigen Aussagen wur-
den Befürchtungen bei den Unternehmen ausgelöst, dass die breite
Fremdfinanzierungsbasis deutscher KMU gefährdet sein könnte.
Diese Tatsache hat jedoch auch ihre positiven Seiten. Fremdfinan-
zierte Unternehmen sind gezwungen, sich stärker als bisher mit ihrem
Unternehmen, seinen Stärken und Schwächen sowie den Chancen
und Risiken ihres unternehmerischen Handelns zu beschäftigen.
Unternehmen müssen sich zwangsläufig mit der Systematik eines
Ratings auseinandersetzen, um so den Anforderungen der Kreditins-
titute – die ihrerseits aufgrund der Empfehlungen des Baseler Aus-
schusses für Bankenaufsicht (»Basel II«) und des Kreditwesengesetzes
(KWG) zur risikogerechten Eigenkapitalhinterlegung verpflichtet
sind – Rechnung tragen zu können.
Unternehmen müssen daran arbeiten, ihre Leistungsfähigkeit und
Bonität kontinuierlich zu verbessern, und sich noch stärker als bisher
an betriebswirtschaftlichen Maßstäben orientieren. Dazu kommt,
dass aufgrund der chronischen Ertragsschwäche deutscher Kreditins-
titute, diese gezwungen sind, ihre Firmenkundenportfolios zu sanie-
ren und ertragsstärker auszugestalten. Dies hat dazu geführt, dass
Kreditinstitute von Kreditgeschäften mit Unternehmen, bei denen das
Kreditausfallrisiko zu hoch erscheint, Abstand genommen haben
(und auch zukünftig nehmen werden) bzw. sich ein höheres Kredit-
ausfallrisiko durch entsprechend höhere Zinssätze vergüten lassen.
Dies wird damit begründet, dass in der Vergangenheit Kredite an
bonitätsschwache Unternehmen zu Lasten bonitätsstarker Unterneh-
men subventioniert wurden und die Kreditbepreisung regelmäßig
nicht risikoabhängig erfolgte.
Fachliche Beschreibung und Beispiele
Der Begriff »Rating« leitet sich aus dem englischen Wort »to rate«,
das u. a. »bewerten« bedeutet, ab und steht sowohl
>> für das Bewertungsverfahren selbst als auch
>> für das Ergebnis der Bewertung.
Die charakteristischen Merkmale des Ratings sind:
>> systematisches, standardisiertes und objektiviertes Bewertungs-
verfahren (Rating-Verfahren),
>> standardisierter Ablauf (Rating-Prozess),
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