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4.1.3 Rating nach Basel II
>> Berücksichtigung quantitativer (»harte«) und qualitativer (»wei-
che«) Faktoren (Rating-Kriterien),
>> Bewertung der Bonität, d. h. der Fähigkeit eines Schuldners, sei-
nen (zukünftigen) Kapitaldienstverpflichtungen (Erbringung von
Tilgungs- und Zinszahlungen) nachkommen zu können und zu
wollen, bzw. der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens,
>> zukunftsorientierte und umfassende Erfolgs- und Risikobeurtei-
lung,
>> Zusammenfassung in einer skalierten Gesamtaussage (Rating-
Ergebnis),
>> Ableitung von Aussagen bzw. Empfehlungen über Stärken,
Schwächen, Gefahren und Potenziale eines Unternehmens.
Im Gegensatz zu publikumsorientierten Großunternehmen, wo
Ratings vor allem für potenzielle Eigenkapital- (z. B. Aktionäre) und
Fremdkapitalgeber (z. B. bei Emission von Anleihen) Informationen
zur Fundierung der Anlageentscheidung liefern, profitiert bei KMU –
häufig eigentümergeführt – der Unternehmer selbst vom Rating sei-
nes Unternehmens.
Nicht nur das Rating-Ergebnis, das bei Großunternehmen meist im
Vordergrund steht, sondern insbesondere die intensive und geordnete
Vorbereitung auf das Rating selbst bietet dem Unternehmer entschei-
dende Vorteile. Er muss sich – um beim Rating ein gutes Ergebnis
und damit risikogerechte Kreditkonditionen zu erhalten – mit allen
betriebswirtschaftlichen Funktionen seines Unternehmens intensiv
auseinandersetzen und Risikopotenziale seines unternehmerischen
Handelns identifizieren, bewerten und steuern. Je früher sich ein
KMU also einem Rating stellt, desto früher wird auch der Prozess der
betriebswirtschaftlichen Analyse des eigenen Unternehmensgebarens
in Gang gesetzt. Damit werden frühzeitig Krisensymptome erkannt
und Krisenursachen kann gegengesteuert werden.
In engem Zusammenhang mit dem jeweiligen Krisenstadium (Strate-
giekrise Æ Erfolgskrise Æ Liquiditätskrise) ist der jeweilige Hand-
lungsspielraum zur Ergreifung von Gegensteuerungsmaßnahmen zu
sehen. Während in der Strategiekrise ein noch relativ hoher Hand-
lungsspielraum besteht (»potenzielle Krise«), reduziert sich dieser
von der Erfolgskrise, die noch als »beherrschbare Krise« gesehen
werden kann, bis hin zur Liquiditätskrise (»akute Krise«) erheblich.
Meist nicht mehr beherrschbar ist die Krise in der Insolvenz selbst.
Auch die Bonität nimmt über die einzelnen Krisenstadien hinweg ab.
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