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4.2.3 Finanzen
Gesamtkapitalrentabilität
Jahr 1
Jahr 2
Jahr 3
Formel Jahresüberschuss + Zinsaufwand + Ertragsteu-
ern/Durchschnittliches Gesamtkapital x 100
Aussage Mithilfe der Gesamtkapitalrentabilität – als Unternehmensrendite bezeichnet –
kann eine Rendite ermittelt werden, die unabhängig von der Finanzierungs-
struktur (Anteil an Eigen- und Fremdkapital) des Unternehmens ist. Je höher
der ermittelte Prozentsatz, desto besser. Sie gibt Aufschluss über die Höhe der
Verzinsung des Gesamtkapitals. Während bei der Eigenkapitalrentabilität der
dem Eigenkapital zufließende Gewinn betrachtet wird, muss bei der Gesamt-
kapitalrentabilität auch der dem Fremdkapital zufließende Zinsaufwand einbe-
zogen werden. Eine Ermittlung der Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern ist
sinnvoll, da aufgrund der Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen die Ver-
schuldung Auswirkung auf die Steuerbelastung hat. Zur Ausnutzung des
(positiven) Leverage-Effekts muss die Gesamtkapitalrentabilität mit dem
Fremdkapitalzinssatz verglichen werden. Die Substitution von Eigenkapital
durch Fremdkapital führt solange zu einer Steigerung der Eigenkapitalrentabili-
tät, solange die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdkapitalzinssatz liegt.
Die Gefahren der sinkenden Eigenkapitalquote und die Risiken der Fremdkapi-
talaufnahme dürfen dabei jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Ist hinge-
gen die Gesamtkapitalrentabilität niedriger als der Fremdkapitalzinssatz, sinkt
die Eigenkapitalrentabilität bei Substitution von Eigen- durch Fremdkapital
(negativer Leverage-Effekt). Ein Vergleich der Gesamtkapitalrentabilität mit den
Kapitalkosten (WACC, weighted average cost of capital) gibt an, inwieweit der
gesamte Kapitaleinsatz zu einem positiven oder negativen Wertbeitrag geführt
hat, d. h. Wert geschaffen oder vernichtet hat.
Umsatzrentabilität
Jahr 1
Jahr 2
Jahr 3
Formel
Jahresüberschuss + Zinsaufwand + Ertragsteu-
ern/Umsatz x 100
Aussage
Die Kennzahl wird vor allem für den zwischenbetrieblichen Vergleich und in
Kombination mit der Gesamtkapitalrentabilität genutzt. Sie gibt die durch-
schnittliche aus dem Umsatz erwirtschaftete Marge an. Berechnet wird die
Höhe des Gewinnanteils am Umsatz. Eine Bereinigung der Kennzahl um das
neutrale Ergebnis, d. h. der Jahresüberschuss wird durch den ordentlichen
Betriebserfolg ersetzt, erhöht ihre Aussagekraft. Mithilfe der Umsatzrentabilität
können sowohl externe (z. B. Preis, Absatzmenge) als auch interne (z. B. Auf-
wendungen) Faktoren analysiert werden. Eine Veränderung der Umsatzrentabi-
lität ist auf Änderungen dieser Faktoren zurückzuführen (z. B. veränderte
Betriebsleistung, neues Fertigungsprogramm, Umstrukturierung der Kunden).
Ob eine Verschlechterung der Umsatzrentabilität auf die allgemeine wirtschaft-
liche Entwicklung oder die Geschäftspolitik des Unternehmens zurückzuführen
ist, kann mittels Branchenvergleich erkannt werden. Der Zielwert für die
Umsatzrentabilität sollte in Abhängigkeit der Branche im zweistelligen Prozent-
bereich liegen. Eine Umsatzrendite von 10% bedeutet, dass mit jedem umge-
setzten Euro ein Gewinn von 10 Cent erwirtschaftet wurde.
Tabelle 4.25: Kennzahlensammlung zur Jahresabschlussanalyse (Forts.)
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